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Arbeitsbeispiele

Visuelle Identität für das Museum Reinhard Ernst

Mut zur Lücke

Ein ausgespartes Viereck prägt das Erscheinungsbild eines neuen Museums für abstrakte Kunst, das in Wiesbaden entsteht. In einem Agenturwettbewerb, der im März 2018 stattfand und Anfang April 2018 entschieden wurde, konnte sich Q mit einer kreativen Strategie durchsetzen.

Ein ausgespartes Viereck prägt das Erscheinungsbild eines neuen Museums für abstrakte Kunst, das in Wiesbaden entsteht. In einem Agenturwettbewerb, der im März 2018 stattfand und Anfang April 2018 entschieden wurde, konnte sich Q mit einer kreativen Strategie durchsetzen.

BRIEFING

Die Sonja und Reinhard Ernst Stiftung wird in Wiesbaden ein Museum für abstrakte Kunst errichten und voraussichtlich im Jahr 2021 eröffnen. 

Der Name des Museums wurde auf Museum Reinhard Ernst festgelegt – benannt nach dem Stifter und Kunstsammler Reinhard Ernst. Es wurde vereinbart, im kreativen Arbeitsprozess auch mit dem Akronym MRE zu arbeiten.

Das Corporate Design für das Museum Reinhard Ernst soll ein einheitliches Bild des Hauses vermitteln und dabei helfen, Bekanntheit aufzubauen. Eine wichtige Bedeutung kommt dabei dem Logo zu, das auf allen Kommunikationsmedien zu finden sein wird. Es muss zum inhaltlichen Kontext passen und hat dabei sämtliche funktionale Anforderungen zu erfüllen, zum Beispiel durch die Wiedererkennbarkeit ohne Farbe und in verkleinerter Form sowie durch den flexiblen Einsatz auf gedruckten oder elektronischen Kanälen.

Im Rahmen eines Agenturwettbewerbs, der im März 2018 stattfand, wurde Q mit der Entwicklung eines Erscheinungsbildes für das neue Museums beauftragt. Als Vertreter der Stiftung teilte uns Reinhard Ernst Anfang April mit, dass einer unserer beiden Vorschläge als Gewinner aus dem Wettbewerb hervorgegangen ist.

IDEE

Drei Gedanken haben uns bei der Entwicklung des Logos geleitet:

  • Erstens ist das Museum Reinhard Ernst ein Haus für abstrakte Kunst. Das Wort „Abstraktion“ bezeichnet den Prozess des Weglassens von Bestandteilen. Bei unserem Entwurf haben wir daher einen Bereich ausgespart.

  • Zweitens bietet das Haus, das durch den namhaften Architekten Fukihimo Maki entworfen wurde, eine baugestalterische Besonderheit: Ein großzügiger, viereckiger Innenhof spart einen Teil der Grundfläche aus. 

  • Drittens steht die viereckige Aussparung symbolhaft für Gemälde bzw. Kunstwerke, denen wir im Museum Reinhard Ernst begegnen. Der offene Raum vermittelt gedankliche Freiheit bei der Betrachtung von abstrakter Kunst.

DESIGN

Es gibt kein Bild-Logo, stattdessen schließen sich drei Buchstaben zu einer zeichenhaften, merkfähigen und stabilen Gestalt zusammen. Dabei haben wir auf eine hierarchisch sinnvolle Anordnung geachtet: Unter dem M als Dach (für Museum) stehen die Letter R und E (für Reinhard Ernst) nebeneinander, sodass sich insgesamt eine geschlossene Form ergibt. Trotz der Aussparung bleiben die Buchstaben lesbar, fehlende Flächen werden im Kopf der Betrachter ergänzt. 

Für die Gestaltung des Akronyms verwendeten wir Kleinbuchstaben der wohl sachlichsten Schrift der Welt: der Helvetica. Sie wurde 1956 entwickelt, ist bis heute in der Welt allgegenwärtig und überspannt damit zeitlich die im Museum dargestellte Kunstsammlung (die Werke seit den Fünfziger Jahren bis heute enthält). Die Schrift nimmt für sich weder dekorative noch modische Eigenschaften in Anspruch. Stattdessen ist sie zeitlos und ermöglicht durch ihren informellen Charakter, das sich die Persönlichkeit des jeweils beschrifteten Gutes frei entfalten kann. Zum informellen Anspruch gehört auch, dass die Wortmarke auf farbliche Akzente verzichtet; sie bleibt entweder schwarz oder weiß, je nach Hintergrund.

ANWENDUNGEN

Für die Präsentation visualisierten wir verschiedene Anwendungsbeispiele. Im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit werden diese Ideen konkretisiert. Q wird den gesamten gestalterischen Auftritt verantworten, dazu zählen ein Leitsystem am und im Gebäude, der Webauftritt, Merchandising-Artikel, Ausstellungsplakate etc.

ZUM MUSEUM

Basis der Dauerausstellung des Museums wird die „Sammlung RE Wiesbaden“ sein. Die Sammlung besteht aktuell aus insgesamt 780 Werken, von denen über 500 Museumsqualität besitzen und die insgesamt einen Wert von 50 bis 70 Millionen Euro ausmachen.

In der Sammlung finden sich Bilder von Karl Otto Götz, Emil Schumacher, Peter Brüning, Fred Thieler, Kazuo Shiraga, Günther Uecker, Robert Motherwell, Jackson Pollock und vielen anderen. Hervorzuheben ist auch die amerikanische Ausnahmekünstlerin Helen Frankenthaler, deren Werke einen wichtigen Focus der Sammlung Ernst ausmachen. 

Das Museum hat mit der Sammlung eine hervorragende Basis zur Teilnahme am Leihverkehr zwischen international bedeutenden Museen. Dies sichert auch, dass neben der Dauerausstellung immer wieder attraktive Sonderausstellungen möglich sein werden. Die Sonderausstellungen müssen nicht zwangsläufig Kunstgemälde präsentieren. So ist unmittelbar zur Eröffnung des Museums eine Retrospektive zur Architektur von Fumihiko Maki geplant. Im späteren Verlauf ist auch eine Ausstellung mit Fotografien von Wolfgang Tillmans denkbar. In enger Abstimmung mit den Kunsthäusern in der Nachbarschaft (Museum Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein) können auch Gemeinschaftsprojekte gezeigt werden, die übergreifende Themen behandeln.
Das Museum soll nationale und internationale Besucher anlocken. Aber vor allem soll es ein Haus für die Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger werden. Ein Café, ein gut sortierter Museumsshop, Angebote für Kinder und ein Forum für unterschiedlichste Veranstaltungsformate stehen für Interessenten zur Verfügung. Durch den Neubau bildet sich entlang der Wilhelmstraße eine attraktive Kulturachse – vom RheinMain CongressCenter über das Museum Wiesbaden, das Museum Reinhard Ernst, den Nassauischen Kunstverein, die Villa Clementine, den Presseclub, das Hessische Staatstheater bis zum Kurhaus Wiesbaden.